International Music und lecker Frikadelle zum Bier

International Music und lecker Frikadelle zum Bier

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Neulich in Neukölln. Die Sonne scheint und ich sitze mit Joel (Schlagzeug), Pedro (Gesang, Bass) und Peter (Gesang, Gitarre) von International Music am Schifffahrtskanal. Die Jungs sind gerade mit ihrem Debüt „Die Besten Jahre“ auf Tour. Rock-Melodien, die ordentlich fetzen. Pop-Hymnen, die dauerhaft hängen bleiben. Dazu dramatische und berührende Zeilen, die man einfach ins Herz schließen muss. So auch International Music, die ihren Wohnsitz schon lange im schönen Ruhrpott haben. Und dann plaudern sie auch noch so gesellig übers Essen, geben Koch-Tipps und loben den Berliner Döner. Vor allem Joel entpuppt sich als begeisterter Koch und Hobby-Angler. Auf dem Album gibt es auch immer mal wieder kulinarische Verweise („Mama, Warum“, „Pfeffer“ und „Verpiss Dich“) und im „Country Girl“-Clip sitzen sie beim Chinesen ihres Vertrauens. Das Trio beweist Geschmack und ist dabei so freundlich und entspannt. Live rumpelt und kracht es mehr. Dem Event sollte man nicht fern bleiben. Da stehen noch einige Konzerte und Festivals an. Hin da, reinhören und genießen…

Schön, dass ihr euch Zeit fürs Schleckermäulchen genommen habt und ich hoffe, ihr esst gerne…

Pedro: Wir essen sogar sehr gerne.

Was gab es denn heute zum Frühstück bei euch?

Joel: Aufgebackene Brötchen mit Nutella und Käse.

Peter: Und ein Joghurt mit Null Prozent Fett.

Also nicht nur Kippe und Kaffee nach dem Aufstehen?

Joel: Ich brauche schon ein Käsebrot.

Pedro: Wir sind große Käse-Fans und bei mir ist das Frühstück die größte Mahlzeit am Tag.

 Ihr seid ja gerade mit eurem Debüt „Die Besten Jahre“ unterwegs. Macht ihr da gerne Halt an der Autobahnraststätte oder lieber Stulle und gekochtes Ei für unterwegs?

Joel: Unterwegs ist das immer schwierig. Was dabei haben ist schon besser, aber oft muss man dann doch halten. In der Raststätte schmeckt es ja meistens nicht so und ist teuer. Mc Donalds muss dann häufiger mal sein.

Peter: Kaffee muss dann aber schon von der Raststätte sein.

Gehört ihr zur Generation gutes Essen?

 Alle: Ja, schon.

Peter: Erst kürzlich haben wir Fisch gegessen, Zander und Barsch. Der war richtig lecker und Joel hat den selbst gefangen.

Ah, und wo hast du den gefangen?

Joel: Im Rhein.

Ach, und den kann man essen?

Joel: Ja, bei Aal ist es ein bisschen schwierig, weil der die Giftstoffe nicht so abbauen kann, aber so Plattfische kann man schon essen. Ein Freund wohnt in Duisburg und meine Freundin in Düsseldorf und da treffen wir uns in Kaiserswerth zum Angeln. Danach werden die Fische filetiert und der Fond aus Salbeibutter gemacht. Meine Freundin hat mir ein Fisch-Kochbuch geschenkt und jetzt kann ich auch mal endlich viel reden. Das war schon sehr lecker und hat für sieben Leute gereicht.

Das hört sich sehr gut an.

Peter: War wirklich sehr lecker.

Pedro: Ich habe Backcamembert bekommen. Ich bin Vegetarier, aber der war auch sehr lecker.

Auch selbstgemacht, Joel?

Joel: Ja, ich habe da so eine passende Tonform aus Frankreich. Da passt der Käse genau rein, der ist natürlich nicht selbstgemacht.

Ich bin begeistert. Hier sind Experten am Start. Könnt ihr euch noch an das Gericht bei eurem ersten Date erinnern?

Pablo: Pils

Aha.

Pablo: Du meinst, als wir uns kennengelernt haben? (alle lachen)

Ach so, eigentlich dachte ich dabei an euer erstes romantisches Date, wobei Pils klingt auch gut…

Pablo: Puh, das ist schon lange her…

Oder anders, mit welchem Gericht würdet ihr euren Partner überraschen?

Peter: Also, so ein Überraschungsmenü? Da würde ich sagen, Malfatti (italienische Spinat-Ricotta-Klößchen), die mag ich sehr gerne und die sind auch irgendwie speziell. Kenn ich von meiner Großmutter.

(Chefkoch Joel weiß dann auch gleich, was Malfatti heißt und wie sie gemacht werden): Das heißt „schlecht gemacht“ und sind so kleine unförmige Klößchen. Nicht geformt, wie Gnocchi, sondern einfach so Teigkleckse, die dann ins kochende Wasser geworfen werden.

Lecker. Das hört sich sehr gut an. Wird sofort in meine Rezeptsammlung aufgenommen (der Beweis dann demnächst auf SchleckermäulchenBerlin). Und was kommt bei euch niemals auf den Tisch?

Pedro: Alles was Knorpel hat…

Joel: Aber du isst ja eh kein Fleisch

Pedro: Ja, aber ich mag ja Fleisch. Ich finde das schon lecker…

Seit wann bist du Vegetarier?

Pedro: Seit eineinhalb Jahren ungefähr. Ich habe aber eh immer wenig Fleisch gegessen und irgendwann kommt dieser moralische Part dazu. Der Joel mag Eis nicht so gerne…

Peter: Ich hätte jetzt Erbsen gesagt…

Ui, ich liebe ja Erbsen…

Peter: Ja, aber bis vor kurzem wäre ich nicht drauf gekommen. Also, hätte ich mir nie Erbsen gekauft.

 Meine erste Erbse, herrlich. Und jetzt ein kleiner Wink zum Album, wer gießt denn bei euch die Rosen?

Pedro: Hm, ich würde sagen Joel.

Peter: Ja, hätte ich jetzt auch gesagt, wobei du ja auch gerne Pflanzen magst.

Pedro: Ja, aber der Joel ist da schon engagierter.

Joel: Ich habe jetzt auch meinen ersten Balkon mit Blumen.

Und wo geht man gerne Essen in Essen?

Peter: In Jonny’s Esskultur oder Zum Xaver 

Joel: Xaver ist eine legendäre Currywurstbude.

Pedro: Bei irgendwelchen Zeitungen gibt es immer wieder so Rankings und da ist der Xaver ganz oben mit dabei.

Joel: Der Koch in Jonny’s Esskultur ist jetzt kein Sternekoch, aber ziemlich viel in der Welt rum gekommen. Der hat auch so eine schöne Mischung aus Bude, aber mit gehobener Küche. Internationale Gerichte, aber auch eine sehr gute Currywurst mit selbstgemachtem Ketchup. Und das alles zu guten Preisen und deshalb gehen wir da gerne dahin.

Sitzt ihr im Restaurant lieber gegenüber oder nebeneinander?

 Joel: Es gibt ja zu „Country Girl“ das Video, wo wir im China Restaurant sitzen. Beantwortet jetzt nicht wirklich die Frage, aber da sitzen wir ja auch quasi gegenüber. Vor allem waren wir nach dem Dreh ordentlich vollgefressen.

Pedro: Das ist so ein authentischer Chinese, auch sehr gut.

Hier in Berlin gibt es auch einige gute Chinesen, zum Beispiel auf der Kantstr. Ihr habt doch auch mal hier gewohnt, oder?

Peter: Pedro und ich waren schon mal hier. Und dann sind wir nach Essen.

Joel: Ich komme aus Heidelberg und bin dann gleich nach Essen gezogen.

Ich mag Essen ja auch wirklich gerne. Vor allem gibt es da so schöne grüne Ecken am Wasser…

Pedro: Ich glaube, Essen gehört zu den grünsten Großstädten in Deutschland. Müsste man noch mal recherchieren.

(Das stimmt. Essen gewann sogar 2017 den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“.)

In Essen gibt es diesen Soundwalk. „Die Stadt bewusst hören“. Den hattest du damals organisiert, Peter? Daraus könnte man ja auch eine kulinarische Stadtführung machen, die es ja schon in vielen Städten gibt…

Peter: Ja, ein Freund von mir macht das hier in Berlin. Ich selber habe da aber noch nicht mitgemacht. Aber ich glaube, er macht das ziemlich gut.

In Essen gibt es das bestimmt auch?

Pedro: Wir wollten das doch mal mit Imbissbuden machen. Erinnert ihr euch daran? Das ist schon länger her, als wir bei mir gestrichen haben, kam uns der Gedanke. In Mühlheim gibt es noch so ne Bude. In Essen den Xaver, und die anderen wollten wir alle mal abfahren.

Und in Wattenscheid Günnigfeld der Dorf Imbiss. Das hat der Schauspieler und Autor Patrick Joswig schon mal hier im Interview erwähnt.  

Was sagt ihr, woher die beste Currywurst kommt? Essen oder Berlin?

Joel: Überall gut.

Peter: Curry 36 ist ja so die bekannte Bude.

Joel: Stimmt, aber das war so spät in der Nacht… da schmeckt ja alles gut.

Peter: Mir ist heute aufgefallen, wie unterschiedlich die Döner sind. Der Essener Döner ist wirklich ganz anders. Das Fleisch und die Saucen. Ich muss sagen der Berliner Döner ist schon besser.

Wenn ihr in der Kneipe sitzt: Lieber Nüsschen, Salzstangen oder Fleischpeitsche (eine getrocknete lange Wurst, die nächtelang im Dunst der Raucherkneipe geräuchert wird)?

Peter: Weder noch. Frikadelle. Da gab es mal an einem Abend jede Menge davon. Das war Weiberfastnacht. Da sind wir in die Kneipe und da war recht gute Stimmung und Rosa, die Besitzerin, hat selbstgemachte Frikadellen verteilt.

Joel. Und vorher waren wir aber auch schon in einer anderen Kneipe und hatten Frikadellen. Das war ziemlich viel an diesem Abend.

Habt ihr einen Lieblingssong übers Essen?

Peter (singt) Carabonara e una Coca Cola … (von Spliff)

Joel: Ah, und das mit der Pizza?

Pedro: Da geht es aber nicht wirklich ums Essen, obwohl…

Alle singen: When a moon hits your eye like a big pizza pie. That’s amore

Ich danke euch sehr und viel Spaß heute Abend beim Konzert.

Pedro: Wir danken. Ich hab den Joel noch nie so viel reden gehört.

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Bildquellen

  • international_music__foto: JLue8

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