Steve Albinis Kochkünste und lecker Reibekuchen

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Sorry, Leute, aber die Zeit vergeht so schnell… Es war schon im letzten Jahr, als die wunderbaren Schwervon! wieder in Köln zu Gast waren.

Ich hatte sie bereits in Berlin gesehen, aber es passte dann zeitlich ganz gut die liebe Nan Turner und den lieben Major Matt Mason USA noch mal bei Thomas in Den hängenden Gärten von Ehrenfeld (Kölns freundlichste Kneipe) zu besuchen. Da kommen viele fucking Erinnerungen auf. Die beiden kommen aus der Antifolk-Szene in New York und in dieser Zeit entdeckten Thomas und ich sie für das Wir sind Fucking Indepentendent Festival. Hach, das war eine herrliche Zeit. Mittlerweile wohnt das musikalische Paar in Kansas City. Da kennt sich Matt ganz gut aus, denn hier kommt er ursprünglich her und spielte dort in diversen Punkrockbands. Die Musik bestimmt nach wie vor ihr Leben, aber auch ein süßer Hund namens Strawberry und für Essen können sie sich ebenso begeistern.

Somit beschlossen Thomas und ich die Band plus Fahrer Marius vor ihrem Auftritt mit einem typisch kölschen Essen zu überraschen. Es gab lecker Rievkooche (Reibekuchen), selbstgemachtes Appelkumpott (Apfelmus) und weniger typisch für Kölle, aber trotzdem köstlich Mousse au Chocolate a la Pollmann. Das kam sehr gut an und war sehr sättigend. Zum Glück blieben ein paar Minuten zum Quatschen. Während Nan sich für den Auftritt vorbereitete, ließ sich Matt netterweise auf ein spontanes Interview ein.

Ihr seid ja gerade auf Tour. Gab es da bereits ein besonderes Essen, natürlich abgesehen von heute Abend?

Matt: Nein, das war heute wirklich das beste Essen, was wir hatten. Ich liebe Kartoffeln und jetzt auch Reibekuchen. Und das Mousse von Thomas hat mich auch umgehauen. Mit diesen Schokoladenstückchen drinnen. Wow. Es gibt immer eine Liste mit klassischen deutschen Gerichten, die wir mögen und wenn wir hier sind auch unbedingt essen müssen. In Regensburg hatten wir ein tolles Schnitzel, ich liebe Schnitzel, aber das war noch mit Gorgonzola, Tomaten und Champignons gefüllt. Ich erinnere mich nicht an den Namen, aber es war sehr gut. Und dazu gab es Kartoffelecken.

Wow, das hört sich deftig an.

Matt: Ja, und gestern waren wir ja in Bärenbach. Da hatten wir einen Schafseintopf. Der Besitzer hat seine eigenen Schafe und ja, das war wirklich sehr frisch….

Frisch? Im Sinne von frisch geschlachtet?

Matt: Ja, sein Name war Lanz, glaube ich.

Oh.

Matt: Ja, aber er hat dort gut gelebt und dann war es Zeit sich zu trennen. Das Fleisch war in einer Weinsoße gekocht und das war wirklich sehr gut.

(Stimme aus dem Off von Fahrer Marius (übrigens auch ein ganz lieber Mensch): Lutz, hieß das Schaf.)

Ahhh, Lutz hieß das Schaf und es hat gut geschmeckt.

Matt: Ja, genau. Wir haben Lutz letzte Nacht gegessen.

Aber das ist ja auch ok.

Matt: Auf jeden Fall. Lutz hatte ein gutes Leben dort. Er war auch wohl immer mit auf der Bühne und lief auf dem Gelände herum.

Gab es denn auch schon mal was ganz ekliges auf Tour zum Essen?

Matt: Ich weiß nicht mehr wo das war und wir dachten erst, das wäre Leber. Es könnte irgendwo in Frankreich gewesen sein. Er hat es gekocht und wir wussten nicht genau, was für eine Art Fleisch es ist. Dann probierten wir es und das war nicht gut.

Das waren vielleicht Nierchen? Hier im Rheinland werden auch gerne Innereien gegessen. Gebratene Leber mit Zwiebeln und Äpfeln… Wenn das gut gemacht ist, kann das schon lecker sein.

Matt: Die waren nur gekocht und es schmeckte ein bisschen nach Pipi.

Würg. Dann waren es Nierchen und nicht gut gemacht. Kocht ihr gerne und viel zu Hause?

Matt: Ja, jetzt tatsächlich mehr, als damals in New York. Wir haben jetzt mehr Platz zum Kochen und die Restaurants sind einfach weiter weg und auch nicht alle so gut. Da muss man auch immer hinfahren. Nan kocht ziemlich viel. Sie macht sehr gute Eintöpfe, Fleischklösschen und vegetarisches Chilie. Wir kochen ganz normales Zeug, nicht so ausgefallen.

Und hört ihr beim Kochen Musik?

Matt: Wir haben jetzt so Bluetooth Lautsprecher und die sind super. Perfekt für die Küche und da läuft immer alles kreuz und quer, auch irgendwelche Künstler, die man nicht kennt und dann aber entdeckt. Morgens zum Frühstück höre ich gerne New Age und das ist immer eine ganz schöne Atmosphäre und inspirierend auch für unsere Musik. Oder Nan hat letztens Fleischklösschen gemacht und da habe ich italienische Restaurant Musik angemacht, klingt vielleicht etwas kitschig, aber es passte sehr gut. Ich weiß, es ist nicht so cool. Ich mag Vinyl auch sehr gerne, aber so was ist halt schon praktischer und du hast zu jedem Anlass, die passende Musik parat.

Auf jeden Fall. Ich müsste mir sowas auch mal zulegen. Gibt es ein typisches Frühstück bei euch?

Matt: Nicht wirklich. Nan steht gerade sehr auf Quinoa und wir essen sehr viele Haferflocken und so was… Ah, ich liebe aber Sardinen aus der Dose in Öl eingelegt.

Zum Frühstück?

Matt: Ja, das mag ich sehr gerne. Auf Cräcker mit roten Zwiebeln. Das beste Frühstück. Und dann noch ein bisschen Meerrettich und Zitronensaft dazu. Perfekt.

Wir müssen leider langsam zum Ende kommen. Thomas drängelt schon, weil ihr ja gleich noch auf der Bühne steht. Bald ist Weihnachten (Das Interview war bereits im November 2017). Was gibt es bei euch?

Matt: Ganz traditionell Truthahn. Dazu Gemüse, Kartoffeln, gerne auch Süßkartoffel als Brei mit Marshmallows garniert, die man vorher ein bisschen anbrät. Meine Oma hat auch immer gerne Stollen gebacken, was eher typisch deutsch ist. Aber heute auch nicht mehr.

Gibt es eine Berühmtheit oder einen Star mit dem du gerne mal Essen gehen möchtest?

Matt: Oh, da muss ich nachdenken. Ich weiß nicht genau, aber vielleicht mit Steve Albini. Der ist ja auch ein sehr guter Koch.

Oh, wirklich? Das wusste ich gar nicht. (Hier geht es zu seinem Blog, der allerdings schon sehr lange nicht mehr befüllt wurde. Muss dat Schleckermäulchen also gar kein schlechtes Gewissen haben…) . Hast du ihn schon mal getroffen?

Matt: Nein, noch nie. Aber das wäre sicherlich sehr interessant. Ich mag auch die Musik von Robyn Hitchcock. Das wäre auch ein guter Gesprächspartner. Ich weiß nicht, ob er auch kocht, aber ich würde gerne mit ihm mal Essen gehen.

Und dann sind wir auch ganz schnell los, rüber in die Gärten, damit Matt und Nan pünktlich zu ihrem Auftritt kamen. Das Konzert war ganz toll und es wurden viele Hits gespielt. Passend zum Abend natürlich auch „Dinner“, lalalalalala. Vielen Dank, Matt und Nan und see you soon.

Bildquellen

  • Schwervon: Schwervon

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